Mein Umzug in ein neues Leben

Mein Umzug in ein neues Leben

Meine Instagram Community hat die letzten Wochen schon fleißig meinen Umzug in die Heimat in meinen Stories und Posts mitverfolgt. Den Stress und die freudigen Momente erlebt, mir gut zugeredet und Motivation geschenkt. Heute weiß ich: “Home is where the anchor drops” und dieser Beitrag sei genau diesem Thema gewidmet.

Warum ich trotz toller Stadt, super Kollegen und einem coolen Job das Weite suchte

Viele Bekannte und Freunde fragen mich immer wieder: „Hamburg? Das ist doch so eine tolle Stadt! Warum will man denn da wegziehen? Wohin? Nach Braunschweig?!!“ und sind völlig entgeistert über die Entscheidung, die ich im letzten Jahr mit dem Umzug für mich traf und dieses Jahr zu Ostern umsetzte. Ich kann immer nur die eine Antwort geben: „Ja, und es war die beste Entscheidung, die ich für mich selbst treffen konnte!“

Seitdem ich 18 Jahre alt bin, zog es mich aus meiner Heimat weg. Endlich flügge werden, eigene Entscheidungen treffen, Abenteuer erleben! Mich hat mein bisheriger, junger Lebensweg schon an so tolle Flecken dieser Erde gebracht: Spanien, Florida, Kalifornien, Hawaii, Südostasien. Auch in Deutschland habe ich bereits in wunderschönen Städten gewohnt: Memmingen, Stralsund, Lübeck, Hamburg. Eins haben alle Orte gemeinsam: Ich verbrachte immer nur einen Lebensabschnitt dort, blieb aber nie für länger.

Meleini
In Hamburg war ich am liebsten an der See oder im Grünen – Ruhe vor dem Großstadttrubel finden

Hamburg – meine Perle auf Zeit

Als ich 2015 nach Hamburg zog, sollte es eigentlich für immer sein. Schließlich wartete mein Traummann dort auf mich, der bereits seit 5 Jahren in der Hansestadt ansässig war. Kein Problem, dachte ich mir, ich habe doch schon in so vielen Städten gewohnt. Ein Sticker mehr oder weniger auf dem Perso macht den Kohl nun auch nicht fett. Hamburg war immer die einzige Großstadt Deutschlands, in der ich mir wirklich vorstellen konnte, zu leben. Berlin war mir zu durcheinander, München zu teuer, Frankfurt zu Business lastig. Hamburg hingegen hat einen tollen Hafen, eine übersichtliche City, wunderschöne Parks.

Ich fand schnell einen Job, in dem mich ein supercooles, herzliches Team empfing, das ich nicht missen möchte. Aus Kollegen wurden Freunde, die mir richtig ans Herz wuchsen. Die Wochenenden auf dem Kiez oder unsere Weihnachtsbäckerei wurden feste Bestandteile im Jahr und die Mittagspausen in „Planten un Blomen“ bescherten uns zwar reihenweise Sonnenbrand, aber auch gute Laune.

Doch außerhalb der Kollegen ergab sich kaum eine Möglichkeit enge Bekanntschaften zu knüpfen. Um meine Familie, meine Beste und langjährige Freunde möglichst oft zu sehen, begannen die Reisen mit dem Flixbus quer durch Deutschland. An Wochenenden war ich mehr außerhalb Hamburgs als „daheim“. Ich wollte dem Ganzen Zeit geben. Schließlich kann man nach einem halben Jahr noch nicht erwarten, dass sich ein ganz neues Sozialleben einstellt. Auch nicht nach einem Jahr… oder zwei… oder? Mit den Monaten beschlichen mich die Zweifel: So schön diese Stadt auch sein mag, was mache ich hier eigentlich, wenn meine Herzensmenschen (bis auf Flo natürlich) alle woanders sind? Wenn manche von ihnen sich die Reise nach Hamburg nicht „antun“ möchten, aufgrund der täglichen Staus und Quälerei auf der Autobahn. Und wenn ich eigentlich doch ziemlich verloren in der Großstadt bin?

Mein Freund und ich am Strand
Gemeinsame Momente mit den Menschen zu erleben, die ich liebe, ist unbezahlbar!

Wenn du dich plötzlich selbst nicht mehr wiedererkennst

Flo war in der Zeit mein Fels in der Brandung, der mir immer wieder Halt und Zuversicht gab. Ich weiß gar nicht, was ich drei Jahre ohne ihn gemacht hätte. Ich fasste nach unseren Gesprächen immer wieder neuen Mut, suchte mir neue Hobbies, trieb sehr viel Sport und arbeitete an mir. Langweilig war mir definitiv nicht, allerdings erfüllte mich nichts mehr so richtig. Die ganze Umgebung, dieser Kontrast von Arm & Reich in der Großstadt, dem ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit begegnete, die extrem langen Wege von A nach B, die Wohnsituation zuhause – alles zog mich mental unglaublich runter. Ich bekam eine ungewöhnlich kurze Zündschnur und blickte Situationen viel negativer entgegen, als ich es als selbsterklärter Optimist jemals getan hatte.

Eines Tages schaute Flo mich an und sagte: „Ich erkenne langsam nicht mehr die Melanie wieder, die ich damals kennenlernte“. Das war der alles entscheidende Moment, an dem es bei mir im Kopf den Schalter umlegte. Manchmal braucht man jemanden, der ausspricht, was man selbst die ganze Zeit denkt. Der Punkt, an dem ich merkte, dass ich selbst mich verändere und damit meinen Liebsten Sorgen bereite, war für mich der Anstoß dafür, das Kapitel Hamburg hinter mir zu lassen.

Was der Umzug in mir änderte

Nun lebe ich seit zwei Monaten in meiner alten Heimat in einer wunderschönen Wohnung, in der Flo und ich es uns so richtig schön gemütlich gemacht haben. Die sommerlichen Abende auf dem großen Balkon oder das gemütliche Frühstück mit den leckeren Brötchen vom Bäcker um die Ecke möchte ich jetzt schon nicht mehr missen wollen. Ganz bei uns in der Nähe gibt es einen tollen See, der mich förmlich täglich zum Spazieren gehen oder joggen ruft. Unsere Freunde sind nur noch einen Katzensprung entfernt und auch bei Mama und Papa können wir einfach mal spontan zum Grillen aufschlagen, ohne drei Monate im Voraus Termine sichern und Fahrten buchen zu müssen. Wie schwer mir diese Zeiten gefallen sind, habe ich bereits im Artikel “Warum die wichtigsten Dinge im Leben keine Dinge sind” beschrieben.

Die Entscheidung, auf mein Herz zu hören und den Umzug durchzuziehen, hat mir mehr Lebensqualität geschenkt, als ich mir je hätte erträumen können. Was ich euch mit diesem Artikel sagen möchte ist: Verkriecht euch nicht! Ich habe im Nachhinein vielleicht sogar zu lange gewartet, die Entscheidung zu treffen, die mich schon jahrelang leise im Hinterkopf beschäftigte. Wichtig ist doch, dass ihr mit euch selbst im Reinen seid und glücklich sowie stolz auf euch sein könnt. Solltet ihr in einer ähnlichen Situation sein, hört in euch hinein und hinterfragt kritisch, woher die ganzen negativen Gedanken kommen und vor allem, wie sie wieder weggehen. Werdet aktiv, denn schließlich ist es euer Leben und davon solltet ihr jede kostbare Minute genießen dürfen.

Habt ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare und drücke euch aus der Ferne!

Küsschen, Meleini

8 Gedanken zu „Mein Umzug in ein neues Leben

  1. Liebe Meleini,
    ich habe gerade Gänsehaut bekommen als ich deinen Blogspot gelesen habe. Du bringst es voll auf den Punkt: man sollte nie gegen sein Herz/Bauchgefühl leben, dann wird man langfristig nicht glücklich. Toll das Du auf dich gehört hast ! Es klingt alles oft auch immer so komisch aber wenn es für DICH richtig ist, hast Du alles richtig gemacht! Danke das Du deine Gedanken geteilt hast, ich habe mich sofort wieder gefunden ! 🙂
    LG Britt

    1. Hallo Britt,
      vielen Dank für dein wunderbares Feedback. Es freut mich sehr, dass ich dich damit berühren konnte! Ich denke, vielen geht es so, dass sie ganz oft mit sich ringen und nicht wissen, welcher Schritt der richtige ist. Umso wichtiger ist es, in solchen Situationen auf sich selbst zu hören und das zu tun, was einen selbst glücklich macht. 🙂
      Liebste Grüße,
      Meleini

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